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Ein Navigationsgerät ("Navi") am Roller?

Vespa > Tipps und Tricks

An dieser Stelle möchte ich der Motorroller-Welt eigene Erfahrungen, Tipps und Tricks zur Verfügung stellen. Ich übernehme keine Gewährleistung, Garantie oder irgendeine Verantwortung für Schäden, die durch die Verwendung dieser Ausführungen entstehen. Die Abbildungen sind (wie alle anderen Fotos auf meiner Homepage) von mir selbst gemachte Fotos, und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung von mir anderweitig verwendet werden!

Auf diese zugegebenermaßen durchgeknallte Idee bin ich im letzten Herbst gekommen. Durchgeknallt ja, aber absolut nicht schwachsinnig: auch mit einer kleinen Vespa geht man mal "auf Tour", oder man möchte einfach nur mal wissen, wie schnell man wirklich fährt (die Roller-Tachos sind ja bekanntlich doch nur Lügen-Barometer). Also nutzte ich die Winterpause im Bastelkeller.

Problem:
1. Wie kann ich das Navi am Roller befestigen, ohne Löcher in die Verkleidungsteile zu bohren und ohne, dass ich es bei der Fahrt verliere? Außerdem muss man es schnell befestigen bzw. abnehmen können.
2. Wie versorge ich das Navi mit Strom? Der eingebaute Akku meines TomTom hält nur ca. 1,5 Stunden. Auch hierbei sollen Bohrungen in teure Verkleidungsteile vermieden werden!

Die Lösung(en):

1. Befestigung
Bau einer Halterung zur Befestigung an den Stangen der Windschutzscheibe

2. Stromversorgung
Einbau einer unter Verschluss schaltbaren Steckdose

Benötigtes Material:
1 Schraubschelle mit Muttern (aus dem Baumarkt, ca. 0,50 Euro)
1 Gewindeschraube
1 Verlängerungsmutter
1 Mutter
1 Aluminium-Möbelfuß mit Innengewinde
(Außendurchmesser <3 cm)
1 Navi-Fahrrad-Halterung

Benötigtes Material:
1 Kfz- (bzw. Motorrad-) Zigarettenanzünderdose
(möglichst mit Klappdeckel)
1 Kfz-Einbauschalter
1 Flachsicherungshalter
1 Eisenwinkel (ca.2x2 cm)
Kfz-Stomkabel
Kfz-Stromstecker 6,3mm
Kabelbinder

Zunächst muß man den Möbelfuß auf die richtige Länge kürzen (ca. 8 cm reichen aus). Dann die Gewindeschraube von innen in den Fuß einschrauben, sodass sie aus dem Gewinde herausragt. Mit der Mutter von außen kontern.

Die Teile wie abgebildet locker zusammendrehen. Je nach Geschmack kann man die Teile - oder auch nur den Möbelfuß - vor der Montage lackieren.
Nun kann man die Halterung an der Stange der Windschutzscheibe befestigen, die Schrauben/Muttern müssen dabei natürlich richtig fest angezogen werden (vorsicht: nach "fest" kommt "ab"!).

Im Internet bestellte ich mir dann noch eine für mein Navi passende Fahrrad-Halterung, die ich nun an meine Halterung anschrauben konnte. Etwas selbstklebendes Türdichtband (Gummi) an der Platte sorgt dafür, dass das Navi fest in der Halterung sitzt.

Einbau der Steckdose in der linken oberen Beinverkleidung.
Sie kann man ohne großen Aufwand ausbauen und dahinter ist ausreichend Platz. Auch die Flachsicherung (4,5 A) ist dort gut aufgehoben; bei Bedarf kann man sie schnell wechseln.

Den Schalter habe ich mit dem Eisenwinkel im "Handschuhfach" montiert.
Er verhindert, dass die Steckdose unter Dauerstrom steht. So kann beim abgestellten Fahrzeug kein Strom "abgezapft" werden.

Für die Stromversorgung empfehle ich ein separat gelegte Kabel dirket zur Batterie, damit spannungsgeregelter Strom am Navi ankommt. Am besten noch mit einer Flachsicherung (z. B. 4,5 A) in der Nähe der Batterie absichern, dann kann man die Stromleitung auch noch für andere Verbraucher nutzen (z. B. für eine nachträgliche Alarmanlage).

Das Navi ist auch bei Sonnenlicht noch einigermaßen gut ablesbar. Es empfiehlt sich, eine Sonnenschutzblende aufzustecken (gibt's bei ebay). An diesem Befestigungsort (hinter der Windschutzscheibe) ist das Navi während der Fahrt bei ganz leichtem Regen geschützt, jedoch ist diese Lösung für richtiges Regenwetter nicht geeignet (wer fährt schon gerne bei Regen???).


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